Tasmanien
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Tasmanien

Die Australien südöstlich vorgelagerte Insel Tasmanien ist mit 68.400 km² die größte des Kontinents. Tasmanien umfasst gerade mal 0,89% der Gesamtfläche Australiens und ist Mitglied im Australischen Bund.

Die ersten Siedler kamen bereits vor 35.000 Jahren, als die Insel noch mit dem Festland verbunden war. Vor 12.000 Jahren wurde die Bass-Straße dann überflutet und die 4.000 bis 20.000 Ureinwohner Tasmaniens, die Tasmanier, waren wegen fehlender Technik der Ozeanschifffahrt nicht in der Lage die Straße zu überwinden.
Daher entwickelten sie sich unabhängig von den Aborigines und verblieben, da der kulturelle und technische Austausch mit anderen Völkern ausblieb, lange in einer primitiven Steinzeit.

Im Jahre 1642 entdeckte der niederländische Seefahrer Abel Tasman das Land und ging von einer Halbinsel Australiens aus. Mehr als 150 Jahre später umrundete der britische Kapitän Matthew Flinders Tasmanien und belegte damit dessen Inselcharakter.

 
 

1792 landete eine französische Expedition auf der Insel, um das Land zu erkunden. Das konnten die Briten nicht lange ansehen und gründeten 1804 Hobart Town am Derwent River und George Town am Tamar River. Die Tasmanier wurden in den nächsten Jahren vollkommen ausgerottet.

Tasmanien diente den Briten zunächst als eine der Strafkolonien Australiens für die besonders schweren Fälle, da diese auf der Insel besser zu überwachen waren.
1856 bekam die Insel ihren endgültigen Namen zu Ehren des Entdeckers Abel Tasman und eine eigene Verfassung und Regierung und seit 1901 gehört sie zum australischen Bund. Daher sollte das Staatsoberhaupt Königin Elisabeth II sein, vertreten durch einen Gouverneur. Ihre tatsächliche Macht hält sich allerdings in Grenzen.

Heute leben auf Tasmanien 472.931 Einwohner, die meisten davon natürlich in der Hauptstadt Hobart am Fuß des Mount Wellington. Hobart liegt 20 km stromaufwärts der Mündung des Derwent und somit an einem der weltweit schönsten Naturhäfen. Die Hauptstadt ist Geschäfts- und Finanzzentrum Tasmaniens und lockt mit ihrem gutbürgerlich-liebenswertem Flair.

Im Altstadtdistrikt „Battery Point“ kann man durch die Restauration nun wieder Geschichte hautnah erleben. Während auf der einen Seite die Vergangenheit gepflegt wird, fließen auf der anderen jährlich 150 Millionen australische Dollar in das Projekt Oceanport Hobart. So soll die Stadt und das Hafengebiet noch attraktiver gemacht werden.

Die zweitgrößte Stadt der Insel ist Launceston im Tal des Tamar im Norden. Hier fließen der North Esk River und der South Esk River umgeben von 1.500m hohen Bergen zusammen, was eine malerische Kulisse für das Wirtschafts- und Kulturzentrum Nordtasmaniens bietet.

 
 

Eine weitere wichtige Stadt ist Devonport in der Nähe der Mündung des Mersey Rivers. Die Stadt mit dem großen und wichtigen Fährhafen im Stadtteil East Devonport gilt deshalb auch als "Tor zu Tasmanien". In Devonport haben sich zahlreiche Industriebetriebe versammelt.

Das windige und unbeständige Klima der Insel ist typisch ozeanisch. Es ist eindeutig kühler als auf dem Festland und besonders auf den Hochebenen lassen sich alle Jahreszeiten an einem Tag erleben. Die Winter sind relativ milde und die Sommer eher kühl. Selbst im Sommer sind schneebedeckte Berge oberhalb 1.200 Meter nicht ungewöhnlich.

Die Landschaft Tasmaniens besteht zu 45% aus Nationalparks und wird von Gebirge und Hochebenen bis circa 1.600 Meter Höhe geprägt. Im Westen finden sich vorwiegend Regenwälder, im Osten sind die Wälder trockener und lichter und es gibt hunderte verschiedener Akazien und Eukalyptusarten.

 
 

An den Sandstränden der Insel sind vorwiegend hitzeresistente Büsche und Sträucher angesiedelt.

1982 wurde der 127.500 ha große Cradle Mountain - Lake St. Clair National Park im Südwesten zum Weltnaturerbe ausgezeichnet. Der Park um Mt. Ossa, der mit 1617 Metern höchste Berg der Insel, ist mit seinen tiefen Schluchten, Bergkuppen und Gletscherseen der Liebling der Touristen. Besonders deutsche Wanderer schätzen das Gebiet.

Durch die Abtrennung vom Festland sind auf Tasmanien viele Pflanzenarten einzigartig, also endemisch. Ein ähnliches Phänomen lässt sich auch in der Tierwelt feststellen. Die tasmanische Fauna ist somit noch artenärmer als die australische. Nur drei der 140 australischen Schlangenarten leben auf der Insel und alle drei sind giftig.

Als vorherrschende Landlebewesen gelten die Beuteltiere, also Wombats und Kängurus. Dafür ist der Beutelteufel auf dem Festland bereits ausgestorben. Deshalb wird er auch tasmanischer Teufel genannt. Sehr skurril sind das Schnabeltier und der Ameisenigel. Im Wasser tummeln sich, typisch australisch Delphine, See-Elefanten, Robben und Seehunde.