New South Wales
Mehr als ein Drittel der Australier leben im Staat New South Wales. Nichts desto trotz würde in die Gesamtfläche von 800.642 km2 noch dreimal Großbritannien passen. Die Briten waren auch die ersten Europäer, die den Fuß auf das Land im Südosten setzten. 1770 wurde es vom englischen Seefahrer Captain James Cook entdeckt und 18 Jahre später landete dann die erste große Flotte in Port Jackson.
An Bord der Schiffe befanden sich 1030 Strafgefangene und ihre Wachen, die die Aufgabe hatten eine englische Kolonie zu gründen. Da aus der fernen Heimat weder Pflüge noch Zugtiere mitgebracht worden waren und die mitgebrachten Pflanzen sich an ihren neuen Lebensraum nicht gewöhnen konnten, waren die ersten Siedlerjahre stark von Hunger geprägt. Neusüdwales umfasste damals den ganzen Osten Australiens.
Heute ist der Staat ein wenig geschrumpft und grenzt an Victoria im Süden, South Australia im Westen und Queensland im Norden. Der Landungspunkt Port Jackson heißt nun Sydney, die Zeit des Hungers wurde überwunden und aus den ersten 1030 Siedlern sind rund sieben Millionen Einwohner geworden. NSW ist also nicht nur der älteste, und bevölkerungsreichste, sondern nach Victoria auch der am dichtesten besiedelte Bundesstaat. 8,9 Einwohner kommen auf einen Quadratkilometer. Nicht zuletzt deshalb ist der Staat sehr wichtig für die australische Wirtschaft.
Die Hauptstadt von New South Wales ist Sydney, das oft auch mit der Hauptstadt Australiens verwechselt wird. Die liegt allerdings in einer Enklave mitten im Staat: Im „Australian Capital Territory“ befindet sich die wahre Hauptstadt Canberra. Hier tummeln sich alle wichtigen Größen der Politik.
Die wichtigsten Industriestandorte sind mit Sydney, Newcastle und Wollongong eher entlang der Küste zu finden. Man konzentriert sich vor allem auf den Abbau der Blei-, Kohle-, Kupfer-, Zink-, Silber- und Goldvorkommen, aber auch die Schaf- und Rinderzucht, der Weizenanbau und Obstkulturen sind von größerer Bedeutung. Nicht zu vergessen Hunter Valley, das international bekannte und geschätzte Weinanbaugebiet.
New South Wales ist sehr kontrastreich. Auf der einen Seite gibt es die Ballungsgebiete an der Küste während im Outback einige verlassene Städte ihr Dasein fristen. Bergbaugebiete sind genauso zu finden wie Wintersport-Kurote, subtropische Strände, Eukalyptus- und Regenwälder. Das Klima ist mediterran bis tropisch, abhängig von Region und Jahreszeit.
Die Landschaft ist genauer von weiten flachen Ebenen im Westen, dem Küstengebirge Great Dividing Range im Norden und den Blue Mountains in der Mitte geprägt.
Letztere sind auch ein sehr beliebtes Ausflugsziel unweit von Sydney. Die Sandsteinplateaus des Mittelgebirges ragen bis zu 1000 m hoch und geben den Blick auf weitläufige Eukalyptuswälder frei. Das Gebiet verdankt seinen Namen nicht etwa der Farbe des Gebirges, sondern ätherischen Ölen, die aus jenen Wäldern ausströmen, sich in der warmen Luft verflüchtigen und einen blauen Dunst über die Ebene legen.
Am Bekanntesten ist wohl die Felsformation der „Three Sisters“ in der Nähe von Katoomba. Drei große Steinsäulen erinnern an die Figur dreier Schwestern. Neben denen hat der National Park aber noch einiges mehr zu bieten: Gigantische Canyons, bis zu 300m hohe Wasserfälle und mit den Jenolan Caves, die vor mindestens 340 Millionen Jahren entstanden sein sollen, wahrscheinlich eine der ältesten Höhlen der Welt.
Nach Sydney, Hunter Valley und den Blue Mountains sind für Touristen vor allem die Orte Broken Hill, Coffs Harbour, Port Macquarie, die Snowy Mountains und nicht zuletzt Byron Bay interessant.
Byron, wie es kurz nur genannt wird, ist der östlichste Punkt des Staates und hat sich vom Geheimtipp zum beliebtesten Ort entwickelt. Die Einwohner sind vor allem Künstler, Handwerker, Hippies, Schwule, Lesben und Urlauber. Außerdem ist Byron ein sehr beliebter Ort zum Surfen.
Hier pulsiert das australische Lebensgefühl und die Zimmer sind verständlicherweise oft knapp. Im Hinterland wartet bereits die nächste Attraktion: Das farbenfrohe Nimbin gilt als Ausgangsort der Bewegung des alternativen Lebensstiles und ist vor allem unter Marihuanakonsumenten bekannt. Wer will, kann hier sogar in Baumhäusern übernachten.
Wanderfreunde sollten sich hingegen nach Murwillumbah wenden, wo der ehemalige Vulkan Mount Warning eine herrliche Kulisse für Wanderungen bietet.
Egal ob für Wintersportler, Surfer, Wanderer, Künstler oder Touristen – der bunte Staat New South Wales hat für jeden Geschmack etwas zu bieten.

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